Tipps zur Hundeerziehung

wenn ein Hund ins Haus kommt steht man vor der Frage, wie man ihn artgerecht erziehen kann, oder wie erziehe ich meinen Hund richtig, gewaltfrei und leise - ohne den Hund zu drillen oder ihn im lauten Kommandoton zu verschrecken. Es gibt viele Meinungen, aber wenn man seinen Hund lieb hat, sollte man weitestgehend nach den folgenden Empfehlungen vorgehen!

 

 


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Die wichtigste Zeit im Leben eines Hundes ist die Welpenphase. Und am spektakulärsten ist die Zeit zwischen der 8.en und 16.en Lebenswoche. Denn dies ist die Zeit der Sozialisierung (Sozialisierungsphase), wo der Welpe lernt, dass er ein Hund ist, dass es noch andere Artgenossen gibt, außer Mama, Papa und die Geschwisterwelpen und wo man ihm beibringen muss, dass Menschen ebenfalls Sozialpartner sind, und auch Katzen, Pferde und andere Lebewesen, so dass er ein gutes Sozialverhalten entwickeln kann. Hatten Sie nicht die Chance den Hund als Welpen zu sich zu holen, sondern kommt er als adulter (erwachsener) Hund zu Ihnen, ist das nicht schlimm. Jedoch muss man einige Dinge so hinnehmen wie sie sind. Aber es ist möglich vieles zu korrigieren oder umzuerziehen.

Dazu ist es ENORM wichtig, dass er täglich mit vielen verschieden Lebewesen Kontakt hat. ABER: nur positiven Kontakt ! Sie sollten ihn z.B. nur mit Hunden spielen lassen, die absolut friedlich und sozial sind. Um die anderen machen Sie einen großen Bogen !!! Wenn Sie unsicher sind gehen Sie lieber einmal mehr aus dem Weg, als dass Sie Ihrem Hund ein Schockerlebnis verpassen...

Denn Sie wissen ja nicht wie gut Ihr neuer Hund auf Artgenossen sozialisiert wurde. Machen Sie kleine Schritte, lassen Sie Ihren Hund zunächst Kontakt zu Hunden des anderen Geschlechts aufnehmen und verschaffen Sie ihm somit die Möglichkeit zu positiven Erlebnissen. Erst wenn das sehr gut und entspannt funktioniert probieren Sie es mit Gleichgeschlechtlichen aus. Aber wählen Sie wiederum nur Hunde zum Spielen aus, die sehr sicher und friedlich sind.

Auch Ihre Hundeerziehung muss also dementsprechend aussehen. Sind Sie in der ersten Zeit zu nachlässig merkt der Hund sehr schnell, dass Sie ein larifari - Anführer sind, also gar nicht das Rudel führen und beschützen können. Sind Sie zu schroff und hysterisch, wird der Hund verunsichert, da Sie eigentlich auch kein Anführertyp sind, sondern ungerecht und grob, wie ein Beta-Hund. Ein Alpha-Hund ist souverän, cool, ruhig und gelassen. Seien Sie ein Alpha !!! Haben Sie Geduld. Nur der Geduldige wird belohnt !!! Sie schaffen das !

Evtl. könnten Sie sich in einer Hundeschule anmelden, damit Ihr neuer Hund in der Gruppe mit einigen (nicht zu vielen) Artgenossen zum einen den Umgang mit diesen erlernt, und zum anderen Sie praktische Hilfe bei der Erziehung bekommen. Sie sollten dann mindesten 2x pro Woche Ihrem Hund das Üben dort ermöglichen. Achten Sie darauf, dass der Anbieter dieser Hundeschule die Hunde nicht mit zu vielen Übungen überfordert. Was sinnvoll ist, wäre z.B. das Kommando "hier" als erstes in der Hundeschule zu lernen, denn das ist das wichtigste Kommando überhaupt.

Weiterhin ist darauf zu achten, dass die Hunde, nicht grob oder schroff angefahren werden. Keines Falls darf ein Hund angeschrien oder gar im Nacken geschüttelt werden. Das käme einer Tötungsabsicht nahe und wäre völlig unangemessen ! Auch andere körperliche Maßregelungen sind absolut tabu! Wenn der Hundeschulen-Anbieter solche Maßnahmen ergreift, verlassen Sie diese Runde und suchen sich eine neue Gruppe, da dort nicht die nötige Erfahrung und Kompetenz vorhanden ist !!!

Zur guten Re-Sozialisierung gehört natürlich auch, dass Ihr Hund alle alltäglichen Dinge kennenlernt und diese völlig gelassen hinnimmt. Nehmen Sie Ihren Hund oft mit in das Einkaufszentrum (aber binden Sie ihn NIEMALS draußen vor dem Laden an, denn er könnte von einem anderen Hund angegriffen werden, von Kindern geärgert werden, von Erwachsenen geärgert werden, es könnte ein Auspuff knallen der ihn erschreckt - und niemand ist da um ihn zu beschützen, er könnte geklaut werden). Gehen Sie zu zweit, damit einer mit dem Hund vor der Tür wartet.

Fahren Sie mit dem Hund Bus, U-Bahn, S-Bahn, gehen Sie auch mal ins Restaurant. Fahren Sie auch mit ihm Auto (aber nicht nur dann, wenn der Hund zum Tierarzt muss - sonst verbindet er die Autofahrt mit etwas sehr Unangenehmen. Fahren Sie ins Grüne = Autofahren ist toll). Alles das sind für uns Menschen ganz normale Aktivitäten, aber der Hund muss unter Umständen vieles erst lernen (wenn er zuvor nicht artgerecht gehalten wurde und mangelhafte Erfahrungen hat). Dazu ist es aber sehr wichtig, dass Sie darauf achten, dass ihm wirklich nichts Gefährliches (oder Erschreckendes) passiert.

In der Bahn passen Sie beispielsweise auf, dass niemand Ihren Hund tritt oder wegdrängelt. Am besten nehmen Sie ihn auf den Arm (falls möglich) wenn es eng wird ! Sie müssen ihrem Hund Sicherheit geben. Nur dann kann der Hund ein gutes Vertrauensverhältnis zu Ihnen aufbauen. Vertrauen ist die Basis der Partnerschaft zwischen Mensch und Hund. Nur wenn Ihr Hund Ihnen absolut vertrauen kann, können Sie aus ihm ein gut funktionierendes Mitglied der Gesellschaft machen und der Hundeerziehung steht nichts mehr im Wege.

Wie erziehe ich denn nun meinen Hund? Ein Patentrezept gibt es nicht. Aber Sie merken schon: es gibt viele Kleinigkeiten drumherum, die man beachten sollte. Daher fahre ich mit allgemein-wichtigen Elementen fort:

Zunächst muss man sich entscheiden WER im Hause die Haupterziehungsarbeit mit dem Hund übernimmt. Derjenige hat in den nächsten Wochen und Monaten von morgens bis abends mit dem Hund zu tun - jeden Tag - ! Ja, es ist Arbeit einen Hund, sei er erwachsen oder noch ein Welpe, zu erziehen. Aber, keine Angst, es macht Spaß und es lohnt sich viel Zeit in den neuen Hund zu investieren.

Natürlich hat man auch mal Rückschläge und ist hin und wieder gestresst und frustriert. ABER das lassen wir uns ja NICHT anmerken. Das A und O bei der Hundeerziehung ist nämlich: Gelassenheit, Geduld und Ruhe - also Souveränität - ! Lassen Sie sich durch nichts aus dieser Ruhe bringen, auch wenn Ihr Hund schon wieder mal die Hausschuhe zerfetzt hat oder sonst einen Blödsinn angestellt hat. Sie können Ihn ohnehin nicht mehr dafür bestrafen, oder haben Sie ihn spätestens 3 Sekunden (!!!) später erwischt (also auf frischer Tat) ??? Nein, oder ?!

Weiterhin ist es wichtig, dass alle Familienmitglieder am selben Strang ziehen. Was bei Mutti verboten ist, darf Vati nicht erlauben... Es ist in etwa vergleichbar mit der Kindererziehung. Der Unterschied ist im Großen und Ganzen, dass das Menschenkind zur Selbständigkeit erzogen wird (nach und nach) - doch der Hund eben nicht. Denn der Hund bleibt Zeit seines Lebens in unserer Obhut und wir müssen immer für ihn sorgen und darauf achten, dass er keinen Blödsinn anstellt.

Genau wie Kinder braucht der Hund feste Regeln, die er einhalten muss. Möglichst einen gleichmäßigen Tagesrhythmus (was sein Füttern und gassi gehen betrifft). Seien Sie nicht launisch, auch wenn Sie mal schlechte Laune haben ! Auch sollten Sie vermeiden sich in Gegenwart des Hundes zu streiten. Der Hund beobachtet alles sehr genau und bekommt schnell mit WER im Hause der Chef ist... Daher sollte alles so ruhig und gleichmäßig wie möglich ablaufen.

Da Kinder niemals der Chef im Hause sind (also ich will doch hoffen, dass Sie nicht nach der Nase Ihrer Kinder tanzen) haben Kinder auch nichts bei der Hundeerziehung zu suchen. Erwachsene erziehen Kinder, Erwachsene erziehen Hunde !!! Und bedenken Sie immer: Kinder machen das nach, was die Erwachsenen vorleben. Also wenn Sie z.B. Ihren Hund liebevoll tätscheln (was ich böserweise jetzt mal als hauen deklariere), wundern Sie sich nicht, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn den Hund hauen (sie haben es ja von Mutti oder Vati gesehen...). Also streicheln Sie bitte Ihren Hund und klatschen Sie nicht auf ihm herum.

Generell ist zu sagen, dass man viele kurze Übungen über den Tag verteilen sollte, anstatt 1 oder 2 mal lange zu üben. Denn der Hund ist schnell überfordert. Übungen sollten nur ein paar Minuten dauern (lieber 10 x 3 Minuten, als 1 x 30 Minuten). Die Lernerfolge sind außerdem dadurch größer. Sie sollten überall üben: in der Wohnung, im Garten, auf dem Spaziergang u.s.w.! Auch wenn Sie mit dem Hund eine Hundeschule (s.o.) besuchen, müssen Sie in der alltäglichen Umgebung weiterüben. Sonst haben Sie einen perfekt horchenden Hund auf der Schulwiese, der Daheim nichts mehr davon weiß... ;o)

Fangen Sie eine neue Übung immer in ruhiger Umgebung an. Wenn Sie merken, dass der Hund kapiert hat, was Sie wollen und das neue Kommando in der Wohnung sehr gut funktioniert, steigern Sie Schritt für Schritt die Ablenkungsquellen. Am Ende sollte das Kommando auch bei hoher Ablenkung, z.B. durch Artgenossen, draußen geübt werden. Aber wie gesagt: nur schrittweise die Ablenkung steigern.

Die wichtigsten Grundkommandos sind "hier" und "sitz". Mehr brauchen Sie eigentlich nicht. Später können Sie dem Hund natürlich auch noch andere Dinge, wie "platz", beibringen (was manchmal auch nötig ist, z.B. im Restaurant oder beim Tierarzt). Üben Sie aber immer nur ein Kommando, sonst überfordern Sie den Hund möglicherweise. Erst wenn das eine Kommando gut gelernt wurde, fangen Sie mir dem Nächsten an.

Seien Sie kreativ und machen Sie sich interessant für Ihren Hund. Sie müssen das Wichtigste im Leben Ihres Hundes sein. Auch besonders draußen ist das wichtig, damit der Hund sich nicht spannendere Aktivitäten sucht und wegläuft, um beispielsweise mit einem anderen Hund zu spielen, oder einem Jogger hinterherzurennen.

Bedenken Sie bitte, dass der Hund die menschliche Sprache erst erlenen muss. Also wenn Sie zu ihm "sitz" sagen, weiß der Hund natürlich NICHT was Sie meinen. Da nützt es auch nichts, wenn Sie immer lauter werden und herumfuchteln. Sie müssen den Hund dazu bringen, dass er sich von allein hinsetzt (Sie können dem Hund am besten über Futter / Leckerli das "Sitz" beibringen, indem Sie ihm das Leckerli über den Kopf halten (in gewissen Abstand, so dass er nach oben schauen muss - und damit er sich nicht verrenken muss, wird der Hund sich setzen), ohne dass Sie etwas gesagt haben, und erst dann, wenn er bereits sitz, sagen Sie "sitz" und geben dem Hund ein Leckerli.

Das müssen Sie mehrmals wiederholen, bis der Hund verstanden hat, dass sein hinsetzen mit einem bestimmten Wort kommentiert wird und er dafür sogar noch belohnt wird. Sobald Sie merken, dass er weiß, was "sitz" bedeutet, probieren Sie nun aus, das Kommando "sitz" zu sagen. Setzt der Hund sich sofort hin belohnen Sie ihn. Von diesem Zeitpunkt an geben Sie ihm kein Leckerli mehr, wenn der Hund sich allein hinsetzt. Sonst fängt der Hund nämlich an, Sie zu erziehen...

So ähnlich verfahren Sie bei dem Befehl "hier". Sie machen sich Kollege Zufall zu nutze (also wenn der Hund zufällig zu Ihnen gerannt / gelaufen kommt) und kommentieren dies mit "hier" und einem tollen Leckerli. Der Hund wird auf diese Weise spielerisch erzogen, so dass er gerne zu Ihnen kommt. Das ist auch wahnsinnig wichtig. Also oberstes Gebot: schimpfen Sie NIE, NIE, NIEMALS mit Ihrem Hund, wenn er freudig zu Ihnen gelaufen kommt. Auch wenn der Hund den größten Blödsinn zuvor angestellt hat und erst beim x-ten Mal rufen zu Ihnen kommt. Sie sind des Hundes sicherer Hafen - vergessen Sie das NIE!

Was Sie allerdings auch nicht machen sollten, ist den Hund zu loben, oder gar mit Leckerchen zu belohnen, wenn er erst noch fünf Runden weitergespielt hat und Ihr rufen völlig ignorierte. Wenn er dann endlich angetingelt kommt, seien Sie einfach neutral - weder freudig, noch böse. Nehmen Sie ihn einfach an die Leine und gehen weiter. Sonst würde die Hundeerziehung in etwa in die Richtung laufen: "ich kann machen was ich will, kommen wann ich will, Frauchen / Herrchen belohnen mich immer..." Das wollen wir ja aber auch nicht! Der Hund soll merken: es lohnt sich zügig nach der Aufforderung zu Frauchen oder Herrchen zu laufen, ansonsten nicht. ABER: es passiert mir bei meinen Hundeeltern auch nichts Schlimmes, daher komme ich immer gern zu ihnen !!!

Hundeerziehung hat immer etwas mit timing zu tun. Also man muss zeitgenau loben oder strafen. Sonst läuft die Erziehung in eine völlig andere Richtung als man will. Sie haben ca. 3 Sekunden Zeit, den Hund mit Worten zu loben, mit Leckerli oder Spiel zu belohnen. Danach belohnen Sie schon wieder irgendetwas anderes, was der Hund gerade tut (sich kratzen, gähnen, schnüffeln, aufmerksam irgendwo hinschauen, oder sonstwas).

Noch einige Worte zu Lob und Tadel: vergessen Sie althergebrachte Methoden, die schon Ihr Großvater oder Ihre Mutter angewendet haben. Die Verhaltensforschung entwickelt sich immer weiter, und heute weiß man, dass man in der Hundeerziehung nicht mehr auf Neandertaler-Methoden zurückgreifen muss und sollte. Vielmehr sollte man partnerschaftlich mit seinem Hund umgehen, um ein gutes Verhältnis zu ihm aufzubauen und zu halten.

Außerdem verstehe ich persönlich nicht, wie es jemand fertig bringt, seinen geliebten Hund am dünnen, seil-ähnlichem Halsband (was mich an einen Strick erinnert...) in die Luft zu ziehen, ihn fast stranguliert, nur damit er nicht den vorbeigehenden anderen Hund anbellt oder anknurrt. Ebensowenig kann ich begreifen, dass ein Hundehalter seinem treuen Hundegefährten ein Stachelhalsband anlegt, dieser bei Zug volle Kanne in die Stacheln rennt, Schmerzen erleidet, und Herrchen oder Frauchen das entschuldigen mit "ich kann ihn sonst nicht halten". Lieber nimmt dieser "nette" Hundebesitzer die Schmerzen seines Hundes in Kauf, anstatt mit dem armen Tier zu üben. Furchtbar! Oder der Klassiker: der Hund springt den Menschen an, der Mensch tritt dem Hund auf die Hinterpfote. Der Hund verspürt Schmerzen und verknüpft es negativ. Absolut blöd, es gibt andere Methoden ! Der / Die kann den Hund nicht lieb haben!

All dies stammt aus einer Zeit, wo man (wahrscheinlich) noch zu wenig wußte. Heutzutage ist es wichtig, dass man auch hier mit der Zeit geht, und neue, sanftere Wege geht, die jedoch genauso effektiv sind, nein die effektiver sind! Jeder sollte sich die Frage stellen: Habe ich meinen Hund lieb ? Wenn ja: warum sollte ich ihm Schmerzen zufügen ? Wenn nein: warum habe ich einen Hund ? Trennen Sie sich lieber von dem Hund, damit jemand, der ein Herz für Tiere hat, ihn bei sich aufnehmen kann.

Immer wieder hört man den Spruch: " warum soll ich bei der Hundeerziehung Leckerlis einsetzen, der Hund soll doch das Kommando einfach ausführen, weil ich es sage." Wieso ? Sind Sie der liebe Gott? Möchten Sie ein tyrannischer Herrscher sein? Ein Sklaventreiber? Es soll sich für den Hund lohnen, zu Ihnen zu kommen, für Sie "sitz" zu machen, daher auch das Belohnen. So wird er ein gutes Verhältnis zu Ihnen aufbauen können, und nicht auf dem Bauch krauchend angekrochen kommen... Der nette Nebeneffekt ist, dass der Hund viel schneller lernt!

Gestraft wird nur auf frischer Tat, wenn nötig. Der Hund wird NIE geschlagen, gehauen, im Nacken geschüttelt, oder mit anderen dragonischen Maßnahmen getadelt. Auch nicht mit der Zeitung (wie es unsere Vorväter so gerne taten). Das ist völlig überzogen und ungerecht. Ein lautes, scharf gesprochenes Wort mit anschließendem Liebesentzug (aber nicht zu lange) reicht in den meisten Fällen aus. Wenn körperlich gemaßregelt werden muss, dann machen Sie einen Schnauzgriff (das macht die Hundemama auch, daher weiß der Hund genau, was das bedeutet). Aber drücken Sie auch hierbei nicht zu fest zu ! Es ist die Geste, die zählt - zusammen mit einem "pfui", zum Beispiel, ein wirksames Mittel.

Wenn Sie das nicht verstehen wollen, dann sollten Sie sich bevor Sie sich einen Hund anschaffen, zunächst eine Katze ins Haus holen. In der Beziehung zwischen Mensch und Katze kann man viel für die Hundeerziehung lernen! Ich finde sowieso, alle Hundebesitzer sollten mit einer Katze beginnen, um das Alleinherrschafts-Syndrom loszuwerden. Denn wenn Sie es schaffen das Vertrauen dieser Samtpfoten zu erlangen, sind Sie bereit zur Hundeerziehung! Schon allein das Wort " Hundebesitzer " ist schon verkehrt: man kann ein Lebewesen nicht besitzen. Dies zum Beispiel macht Ihnen die Katze unmißverständlich klar...Mit dem Hund werden Sie es dann viel leichter haben, da Hunde für das Zusammenleben mit dem Menschen geschaffen wurden.

Was bedeutet Konsequenz und Ignorieren? Zwei Worte die ganz oben auf der Skala bei der Hundeerziehung stehen. Aber wie setze ich sie ein?

Nun Konsequenz ist bitte NICHT zu verwechseln mit schelten, anschnauzen, laut brüllen, den Hund körpelich maßregeln und so weiter. Es bedeutet einfach, dass wenn ich z.B. nicht möchte, dass mein Hund auf´s Sofa geht, dies ihm verwehre. Immer. Nicht einmal nein, das nächste Mal "ach er hat so süß geguckt - ich kann ihn doch jetzt nicht runterscheuchen". Na was denn nun? Hü oder Hott? Das gilt genauso bei den Übungen, wie "sitz" : wenn Sie dem Hund "sitz" sagen, dann muss er sich setzen. Setzen Sie dies (sanft) durch. Auch achten Sie darauf, dass er das Kommando nicht allein auflöst. Erst wenn Sie sagen, dass er laufen darf, darf er aus dem "Sitz" aufstehen. Steht der Hund zu früh auf, geben Sie das Kommando einfach erneut. Das ist Konsequenz!

Mit Ignorieren kann man viel erreichen. Wenn der Hund z.B. zu aufdringlich ist und an Ihnen hochspringt, drehen Sie sich einfach leicht weg vom Hund. Schauen Sie ihn nicht an, sprechen Sie NICHT mit ihm und streicheln Sie den Hund natürlich auch nicht. Tun Sie so, als wäre der Hund Luft. Das ist ignorieren. Dadurch merkt der Hund, dass er mit diesem Verhalten nicht zum Ziel (Aufmerksamkeit) kommt und läßt es bleiben. Sobald der Hund brav und ruhig ist, wenden Sie sich ihm zu, hocken sich hin und streicheln ihn. So lernt er den Unterschied was sich lohnt und was nicht.

Zum Abschluß möchte ich noch ein Wort zur Stubenreinheit sagen: wenn der Hund ins Haus kommt ist er evtl. nicht stubenrein, da er dies nie gelernt hat. Erwarten Sie dies also nicht von ihm. Gehen Sie anfangs öfter als "normal" mit dem Hund nach draußen (ca. alle 4 Stunden). Von Natur aus wird der Hund lieber auf der Wiese oder Sand sein Geschäft erledigen. Nach kurzer Zeit wird er stubenrein sein, wenn Sie ihm die Möglichkeit dazu geben. Wenn er dennoch mal in die Wohnung pullert war die Zeitspanne noch zu groß. Der Hund kann NICHTS dafür. Daraus folgert: der Hund wird NIE für Puschi oder Kacki in der Wohnung bestraft ! NIEMALS ! Sie sollten den Hund allerdings auch nicht zuschauen lassen, wenn Sie die "Ungnade" wegwischen.

Und nun viel Spaß mit Ihrem neuen Hausgenossen. Seien Sie ein gnädiger, fairer Anführer. Der Hund wird es Ihnen danken !

 

 

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